Energieaudit nach EN 16247-1


Handeln bis zum 5. Dezember erforderlich für alle Nicht-KMU

Hintergrund

Die neue Fassung des Energiedienstleistungsgesetzes ist am 22.4.2015 in Kraft getreten.

Damit wurde in Deutschland die Forderung der Richtlinie 2012/27/EU in nationales Recht umgesetzt.

Für alle Nicht-KMU gilt: Wer 250 oder mehr Personen beschäftigt oder einen Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro hat muss bis zum 05.12.2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247 im Unternehmen durchgeführt haben.

Bei Nichteinhaltung dieser Frist drohen den Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 50.000 €. Die Erfüllung dieser Forderung wird ab Januar 2016 stichprobenartig von der BAFA kontrolliert.

Alternativ zu dieser gesetzlichen Forderung besteht auch die Möglichkeit des Aufbaus eines Energiemanagements nach ISO 50001, dass aktuell mit bis zu 20.000€ gefördert wird und erst am 05.12.2016 zertifiziert sein muss.

Unternehmen die eine Validierung nach EMAS haben oder anstreben, sind von dieser Gesetzesnovelle nicht betroffen.

Ziel der Energieeffizienzsrichtlinie ist es, die Energieeffizienz innerhalb der EU bis zum Jahr 2020 um 20% zu steigern.

Wer muss was tun?  Alle Firmen, sowohl das produzierende als auch das nicht produzierende Gewerbe (wie Dienstleister, Handel, Banken, Gesundheitswesen, etc.), sind betroffen.

Bis 05.12.2015 müssen alle Nicht-KMU
entweder

  1. Energieaudits nach EN 16247-1 durchführen.
  2. Die Audits müssen von qualifizierten Fachexperten abgenommen werden
  3. Die Audits müssen alle vier Jahre wiederholt werden

oder

ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder validiertes Umweltmanagementsystem nach EMAS eingeführt haben.

Wer ist nicht betroffen?
KMU sind Unternehmen im Sinne der 2003/361/EG, Artikel 2: Die für die Einstufung eines Unternehmens als KMU (Kleinstunternehmen, Kleinunternehmen oder Mittleres Unternehmen sind die Zahl der Mitarbeiter und entweder Umsatz oder Bilanzsumme ausschlaggebend.

Größenklasse Mitarbeiterzahl: Jahresarbeitseinheit (JAE) Jahresumsatz Oder Jahresbilanzsumme
Mittleres Unternehmen < 250 < oder gleich 50 Mio. EUR < oder gleich 43 Mio. EUR
Kleinunternehmen < 50 < oder gleich 10 Mio. EU < oder gleich 10 Mio. EUR
Kleinstunternehmen < 10 < oder gleich 2 Mio. EUR < oder gleich 2 Mio. EUR

Diese Werte gelten nur für völlig eigenständige Unternehmen (oder bei Beteiligungen: weniger als 25 % des Kapitals oder der Stimmrechte)

Wer darf die Energieaudits nach EN 16247-1 durchführen?
Nach § 8a des (dann geänderten) Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) muss das Energieaudit unabhängig von unternehmensinternen Personen oder von extern beauftragten Personen durchgeführt werden.

Wie weist man die Audit / Anforderungen nach?
Der Nachweis der Durchführung eines Energieaudits nach EN 16247-1 erfolgt über eine Bestätigung eines Energieauditors.
Sonst kann der Nachweis mit einem ISO 50001 Zertifikat oder einer EMAS-Eintragung erfolgen.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wird dazu Stichprobenkontrollen durchführen. Es ist kein formales Testierungs- bzw. Zertifizierungsverfahren vorgeschrieben.

DIN EN 16247-1 und ISO 50001 – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

EnMS nach ISO 50001 Energieaudit nach EN 16247
Zielgruppe Für alle Organisationen und Unternehmensgrößen geeignet.

Für alle Organisationen als Einstieg geeignet.

Für KMU als Nachweis für den Spitzenausgleich.

Inhalt Anforderungen zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines EnMS. Leitfaden zur Durchführung einer energetischen Bewertung beginnend mit der vertraglichen Vereinbarung mit dem Energieauditor über die Durchführung und den Umfang der  Berichterstattung.
Managementsystem Ganzheitliches Managementsystem basierend auf dem als PDCA-Zyklus bekannten kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Keine Managementsystem mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Energetische Bewertung

Die energetische Bewertung ist ein wesentlicher Bestandteil der ISO 50001.

Die ISO 50001 gibt weitergehende Anforderungen vor, die bei allen Prozessen der Organisation berücksichtigt werden.

Systematische Untersuchung und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauches und Ermittlung der Einsparpotentiale
(= energetische Bewertung).
Umfang und Anwendungsbereich der Prüfung

Organisation legt den Anwendungsbereich und die Grenzen des EnMS fest.

Sämtliche Energiearten und Energieverbraucher, alle Prozesse des Unternehmens.

Von der Repräsentativität des Energieaudits wird in jedem Fall dann ausgegangen, wenn auf Basis einer Gesamterfassung der Energueverbräuche eines Unternehmens mind. 90 % des gesamten Energieverbrauchs vom Energieaudit erfasst wird.
Erfolgsaussichten Verpflichtung des Top Managements, Einbindung aller Mitarbeiter, ganzheitliches Managementsystem. Abhängig vom Umfang des Energieaudits, abhängig vom individuellen Engagement der operativ Verantwortlichen.
Einsparpotential

Implementierung eines selbsttragenden KVP-Prozess, der fortlaufend für eine Verbesserung der Energieeffizienz sorgt.

Dauerhafte und kontinuierliche Weiterentwicklung der Energieeffizienz.

 

Aufzeigen von Einsparpotentialen mit Angaben welche Investitionen sich in welcher Zeit rentieren.

Eher Einzelmaßnahmen, eventuell nur einmaliger Impuls.

Konformitätsüberprüfung Externes Zertifizierungsaudit durch einen akkreditierten Zertifizierer. Energieaudit ist kein Audit im Sinne eines internen Audits nach ISO 50001 und unterscheidet sich erheblich von der externen Auditierung der ISO 50001 durch einen akkreditierten Zertifizierer.

 


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